Zum Jahresausklang 2019

Auch in diesem Jahr war der Bürgerverein mit unserem Flaggschiff „Langenhorner Rundschau“ das überparteiliche Sprachrohr aller Langenhornerinnen und Langenhorner, wir haben Sie teilhaben lassen an der Entwicklung unseres Konzeptes Langenhorn 2050, welches wir mit unseren Mitgliedern  und Gästen gemeinsam erarbeitet haben, erinnerten an traditionsreiche Orte, zeigten schöne Ecken unserer Heimat, blickten in die Vergangenheit, hinterfragten aber auch aktuelle Bauvorhaben, begleiteten die Verkehrsplanungen und Velorouten kritisch und stellten Ihnen bekannte und unbekannte Künstler vor. Nicht zu vergessen, dass unser „Grünschnabel“ seinen Schnabel nicht halten konnte und so manche kommunalpolitische Entscheidung aufspießte und damit Kommunalpolitikern kräftig ins Gewissen zwickte.
Aber auch unsere Anwärter auf die kommunalpolitische Ebene sind bei uns zu Wort gekommen.
Zeit also, um das Jahr 2019 Revue passieren zu lassen.



Da war gleich zu Anfang des nun ablaufenden Jahres in einem netten Grußwort vom Bezirksamt die Rede vom wachsenden Langenhorn und dass wir Wohnraum in verschiedenen Größen für alle Zielgruppen benötigen, mit möglichst geringem Flächenverbrauch und dafür auch geeignete Stellen verdichtet werden sollen.
Alles gut und schön – aber auf unsere Forderung nach einem Flächennutzungsplan für Langenhorn, der den zumeist investorgetriebenen Bauvorhaben in Langenhorn Regelungen vorgeben und gleichzeitig einen „Grünplan“ beinhalten soll, um die für Langenhorn prägenden Grünflächen und Moore zu schützen, haben sich unsere regionalen Politiker noch nicht zu Wort gemeldet …
Der Plan der neuen Grün-Roten Koalition im Norden, vor allem Lückenbebauung und Aufstockung zu priorisieren und in neuen Bebauungsplänen keine neuen Flächen für Einfamilienhäuser mehr auszuweisen, ist jedenfalls nicht ausreichend und greift die Grundproblematik einer zu entwickelnden Gesamtplanung für unseren Stadtteil leider nicht auf, geht darüber hinaus an den Wünschen der Langenhornerinnen und Langenhorner vorbei.

Im Grußwort wurde im Januar noch zaghaft angedeutet, dass der Standort Schule am Grellkamp seitens der Schulbehörde noch überprüft werde, ob man ihn vielleicht doch als Schulstandort benötige… Was für eine Frage!  Seit Jahren wächst Langenhorns Bevölkerung zahlenmäßig sehr stark an, allein in den vier Jahren ab 2014-18 wurden 3.000 neue Einwohner in unserem Stadtteil registriert, 2019 kamen noch etliche hunderte dazu – logischerweise mit Kindern, die zur Schule gehen wollen. Auch wenn wir uns 2018 als Bürgerverein noch an der zwischenzeitlichen „Planungswerkstatt“ zur Entwicklung des Grundstückes Grellkamp beteiligt hatten – vor allem um uns für öffentliche Bedarfe stark zu machen und nicht eine weitere Fläche für investorgetriebene Planungen zu verlieren - so war doch jedem von uns klar, eigentlich brauchen wir den Standort als Schule.

Ein Dauerbrenner im ablaufenden Jahr war natürlich auch das Thema Verkehr – Fahrradstrecken, öffentlicher Nahverkehr und Parkplätze.
Um gleich mal was Positives voran zu stellen – bereits 1919 wurde Langenhorn mit der Station Langenhorn-Nord an das Schienennetz der U-Bahn mit einer provisorischen Station und ab 1921 mit einem richtigen Bahnhof angeschlossen, das Fahrgastaufkommen stieg von Jahr zu Jahr an und liegt derzeit bei ca. 5.000 Nutzern der Station täglich. Seit weit über zehn Jahren schon haben sich Behindertenverbände und allen voran unser Bürgervereins-Mitglied Erwin Friedeboldt für den barrierefreien Um- und Ausbau des Bahnhofs eingesetzt – lange, lange mussten wir warten, aber nun haben wir die sehnlichst gewünschte Station – Barrierefreies Langenhorn-Nord!  

Warten müssen wir hingegen noch auf sichere Fahrradwege. Nicht nur die holperigen Fahrradwege neben den Gehwegen sind ein ständiger Aufreger, auf vielbefahrenen Hauptstraßen Fahrradstreifen mit einem weißen Strich abzugrenzen kann wohl auch nicht die sichere Lösung sein – viele Langenhorner*Innen fühlen sich dort unsicher und nutzen lieber die Gehwege. Und der ruhende Verkehr? Oje… da schlugen die Wogen hoch, auch bei uns in der Redaktion. Ich sehe es pragmatisch: Solange wir noch so viele Privatfahrzeuge haben, Car-Sharing immer noch in den Kinderschuhen steckt und der öffentliche Nahverkehr teuer und auch nicht schnell querverbindend die Stadtteile erreichbar macht – tja, solange müssen wir noch ausreichend Parkflächen im öffentlichen Raum vorhalten, denn die künstliche Verknappung öffentlichen Parkraumes oder zu hohe Parkgebühren (wie zum Beispiel am Flughafen) führen lediglich zu Parken in Wohngebieten, Parken auf Fahrradstreifen oder gar wild in der Botanik abgestellten Fahrzeugen.

Womit wir beim nächsten aufregenden Thema angekommen sind: der Flugverkehr. Der 21-Punkte-Plan des Senats lässt den guten Willen zur Verbesserung erkennen – die Regelungen setzen auf den Dialog mit den Airlines und dem Flughafen, bleiben aber genau genommen unter den behördlichen Möglichkeiten für ein öffentliches Unternehmen.
Wir als Bürgerverein haben da eine klare Position: Wir verkennen durchaus nicht die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens mit seinen enorm vielen Arbeitsplätzen, und der Wichtigkeit eines gewinnbringenden öffentlichen Unternehmens für Hamburg. Als Bürgerverein machen wir uns einfach stark für den aktiven Lärmschutz: Keine Starts nach 22 Uhr und keine Landungen nach 23 Uhr.

Lesen Sie regelmäßig unsere Langenhorner Rundschau?
Dann wird Ihnen aufgefallen sein, dass wir immer wieder auf ein fehlendes zentrales Kultur- und Begegnungszentrum in Langenhorn hinweisen. Das Bürgerhaus am Langenhorn Markt wurde vor 60 Jahren als Provisorium in den Räumen des ehemaligen Arbeitsamtes geschaffen und platzt heute aus allen Nähten. Viele Vereine haben keine geeigneten Räumlichkeiten, Gesangs- oder Musikgruppen keine Übungsräume, die Volkshochschule kann in Langenhorn wegen fehlender Räumlichkeiten keine Kurse anbieten, unsere Kunstausstellungen müssen im Treppenhaus des Bürgerhauses stattfinden, usw…
Weiter oben schrieb ich, dass wir in den letzten Jahren Tausende von neuen Einwohnern in Langenhorn hinzubekommen haben – aber zum Ankommen bedarf es mehr als Wohnungen und ein Einkaufszentrum!  Wir brauchen öffentliche und für alle zugängliche Räume für Kultur, für den geistigen Austausch, für das Zusammenwachsen unserer Langenhorner Gemeinde! Mit über 45.000 Einwohnern haben wir die Größe einer Kleinstadt und benötigen endlich ein Zentrum, in dem die Langenhorner ihre Vergangenheit zeigen und ihre Zukunft lebendig gestalten können.

Ja, auch die Vergangenheit zeigen – Sie merken schon, das habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben - wir haben aus dem Bürgerverein heraus die Geschichts- und Zukunftswerkstatt e.V. gegründet und damit die Möglichkeit, dem Langenhorn-Archiv von Erwin Möller ein dauerhaftes Zuhause zu geben. Auch dafür benötigen wir Räume – denn die gesammelten Exponate sollen schließlich auch öffentlich zugänglich sein.
Sie sehen, 2019 war ereignisreich - und es gibt noch viel zu tun – für Langenhorn und mit Langenhorn!  
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine frohe Weihnachtszeit und einen kraftvollen und gesunden Start ins Neue Jahr!

Herzlichst Ihre Andrea Rugbarth

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