Wo geht es lang, Frau Rugbarth?

Der Langenhorner Bürger- und Heimatverein hat einen neuen Vorstand.

Die jährliche Weihnachtsfeier begann nach der Arbeit: Auf seiner Hauptversammlung am 8. Dezember musste sich der Langenhorner Bürger- und Heimatverein zunnächst von seinem langjährigen Vorsitzenden Michael Behrmann verabschieden, der aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht erneut kandidierte. Die Versammlung dankt ihrem scheidenen Vorsitzenden mit lang anhaltendem Applaus.

Zur neuen Ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Andrea Rugbarth gewählt, die bisherige Zweite Vorsitzende.


Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurden Axel Kloebe (Schriftführer), Richard Ebert (2. Vorsitzender) und Bärbel Buck (Beisitzerin); wiedergewählt wurde der Schatzmeister Thomas Kegat.

Die Langenhorner Rundschau sprach nach der Wahl mit der neuen Vorsitzenden Andrea Rugbarth: Wo geht es jetzt lang mit dem Langenhorner Bürger und Heimatverein?


Redaktion: Frau Rugbarth - vielleicht erklären Sie uns vorab erst einmal, was für eine Art Verein der Bürger- und Heimatverein eigentlich ist? Wir denken, dass viele Menschen das so genau garnicht wissen?

A.Rugbarth: Der Langenhorner Bürger- und Heimatverein ist seit über 140 Jahren eine Querschnitt-Organisation der Bürgergesellschaft mit Mitgliedern aus allen Teilen der Bevölkerung. Mitglieder unseres Vereins finden sie in so gut wie allen Parteien und Vereinen, den meisten Kirchen und Sozial-organisationen, in Firmen und Behörden. Somit bildet der Bürger- und Heimatverein eine ideale Informationsplattform und Schnittstelle zu Institutionen, Verwaltung und Politik.

Redaktion: Was kann denn im 21. Jahrhundert die Aufgabe eines Bürger- und Heimatvereins sein?


A.Rugbarth: Als vor über 140 Jahren unser Verein erstmals in die Welt trat, hatten die Hamburger ein klares Verständnis von Heimat. Und von Bürger. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Darüber, was des Menschen Heimat sei, werden kluge Bücher und Aufsätze geschrieben - doch ein übereinstimmendes Verständnis von Heimat wird man kaum noch herstellen können. Selbst die Rolle eines Bürgers ist so eindeutig nicht mehr - man schaue sich nur die vielen Neu-Langenhorner an, die nicht nur aus anderen Städten oder Stadtteilen, sondern auch aus den verschiedensten Ländern der Welt hierher gekommen sind und hier - vielleicht - eine neue Heimat gefunden haben: Sind sie deshalb und damit auch „Langenhorner Bürger“ geworden? Sicher nicht im Verständnis des 19. Jahrhunderts, als unser Verein entstand.

Redaktion: Was also macht konkret heute den Bürger- und Heimatverein aus?

A.Rugbarth: Wir haben vor einigen Jahren unserem Verein die Überschrift gegeben: Zusammen leben - zusammen halten - zusammen gestalten. Das macht für jeden verständlich, worum es uns geht und was wir für unsere Hauptaufgabe halten. Deshalb steht dieser Leitspruch übrigens auch immer auf der Titelseite der von uns herausgegebenen „Langenhorner Rundschau“.

Was wir heute tun hat offensichtlich nichts mehr mit der Heimatpflege aus der Wandervogelzeit zu tun. Doch es ist konkret und praktisch und läßt sich umsetzen: Wir fördern nach Kräften ein gutes, nachbarschaftliches Zusammenleben, wir bemühen uns, daß der Zusammenhalt gestärkt - oder oft auch erst hergestellt wird zwischen den Einzelnen, den verschiedensten Gruppen, Altersstufen, den Etnien und den sozialen Schichten: da bietet unser Stadtteil viele Herausforderungen.
Und wir versuchen - wo immer es uns möglich ist - mit vielen Langenhornerinnen und Langernhornern aktiv unseren Stadtteil, die Wohnquartiere, unsere Umwelt zu gestalten.

Redaktion: Bei einer so breiten Palette an Aufgaben sind Sie als neue 1. Vorsitzende sicher massiv gefordert - wie kann man das alles umsetzen?
A.Rugbarth: Das kann keine Vorsitzende alleine leisten. Wir setzen voll auf das Engagement unserer Mitglieder. Die sind z.B. von einer Partei in die Bezirksversammlung gewählt - aber sie sind auch Mitglied im Bürger und Heimatverein und wissen, was da Sache ist. Oder sie sind Mitglied einer Bürgerinitiative - und zugleich Mitglied bei uns und können so unsere Sicht in ihre Gruppe einbringen. Wichtig sind uns auch die Unternehmer, die Gewerbetreibenden und Freiberufler in Langenhorn, die zahlreich unsere Mitglieder sind: Die hier bereitgestellten Arbeitsplätze sorgen für wohnortnahe Beschäftigung und eine vitale Infrastruktur.

Wir sind also eine Querschnitts-Organisation und vertreten in allen Bereichen den Langenhorn-Aspekt. Uns kommt es   auf das Mitwirken, das Mit-Gestalten an, also am Ende auf das gute Ergebnis, darauf, dass die Bewohnerinnen und Bewohner von Langenhorn, dass unser Stadtteil einen Nutzen hat. Eine Partei hat ihr Programm im Auge, ein Verein seine Interessen, eine Initiative ihr Ziel, eine Kirche ihre Gemeinde  - das ist alles legitim und richtig. Unser Ziel, unser Interesse als Bürger- und Heimatverein ist immer der Nutzen und Vorteil des Stadtteils, der sich ja im besten Fall aus den zahlreichen Aktivitäten der Gruppen, der Parteien, der sozialen Institutionen, der Kirchen und der anderen Vereine für Langenhorn ergibt.  

Redaktion: Was sind Ihre Arbeitsschwerpunkte 2018?
A.Rugbarth: Das Zusammenbringen der Vereine zum besseren Kennenlernen, zum Informationsaustausch und zur Terminabstimmung. Ein erstes Meeting mit den Gewerbetreibenden zur Definiton gemeinsamer Ziele und Interessen. Das Festigen unseres Einflusses auf die Fluglärm-Kommission. Die Sicherung der Zukunft des Langenhorn-Archivs, das Erwin Möller so sorgsam aufgebaut hat. Und mehrere Themenveranstaltungen unseres Vereins zur Abstimmung und Vorbereitung  unserer öffentlichen Aktionen.

Redaktion: Danke für das Gespräch. Alles Gute für Ihre Arbeit!




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