Langenhorner Geschichte „Unter den Linden“

Unter dem Motto „Nur wer die Geschichte kennt, weiß wo er wohnt“ hat unser Langenhorn-Archivar Erwin Möller drei Geschichtstafeln herstellen lassen. Sie stellen historische Bezugspunkte zum ehemaligen Parkgelände des AK Ochsenzoll her, auf dem sich heute das neue Stadtquartier „Unter den Linden“ entwickelt.
Gemeinsam mit Bezirksamtsleiter Harald Rösler enthüllte Erwin Möller die erste der drei Tafeln an der Henry-Schütz-Allee/Ecke Langenhorner Chaussee.
Alle drei Tafeln zeigen auf der linken Seite eine historische Karte von Langenhorn aus dem Jahr 1804. Grün eingezeichnet ist darin das Gebiet, in dem ab 1802 eine Kiefernscho-nung aufgeforstet wurde. Noch früher stand hier ein Eichenwald. Doch die Eichen wurden gefällt und das Nutzholz versteigert, um mit dem Erlös die Kirche in St.Georg bauen und bezahlen zu können.


So enstand an dieser Stelle ein Kiefernforst, von der Bevölkerung „Tannenkoppel“ genannt  - man erinnert sich: Die um 1859 gebaute und erst kürzlich abgerissene Gastwirtschaft auf der anderen Straßenseite hieß zunächst „Gastwirtschaft zur Tannenkoppel“, ehe sie zum „Hotel Tomfort“ wurde.   

Der rechte Teil der Tafeln stellt die Verbindung zum Aufstellungsort her. So zeigt die Tafel auf dem Bild oben eine alte Postkarte aus Langenhorn mit der Gastwirtschaft ‚Zur Tannenkoppel‘ als Bildmotiv, dazu einen erläuternden Text. Diese Tafel steht an der Langenhorner Chaussee gegenüber dem ehemaligen Tomfort-Gebäude an der Henry-Schütz-Allee.

Die zweite Tafel zeigt eine alte Fotografie der Ecke Neubergerweg/ heutige Ochsenweberstraße. Dort stand bis 1980 das Pförtnerhaus zum AK Ochsenzoll. Darunter ein Blick in den „Tannenzuschlag“ - so benannt ab 1921. Er reichte von der Langenhorner Chaussee bis zur heutigen Theodor-Fahr-Straße und wurde 1932 umbenannt in Neubergerweg.

Die dritte Tafel erinnert daran, daß hier nahe der Fibigerstraße ein Güterbahnanschluss geplant war, von dem aber nur der Bahndamm errichtet wurde, dann gab man das Vorhaben auf. Gedacht war der Güterbahnanschluss zur Versorgung des Krankenhauses mit Heizmaterial.  Die Fibigerstraße hiess bis 1948 „Am Foßberg“.

Die Geschichtstafeln werden für den Langenhorner Bürger- und Heimatverein hoffentlich ein Anstoss sein, das seit langem geplante Projekt eines Kulturpfades durch Langenhorn jetzt wieder aufzugreifen. Der Kulturpfad soll eine Info-Route durch den ganzen Stadtteil mit etwa 20 Stationen umfassen, auf der die Entwicklung vom ländlichen Heide- und Moorflecken zum heutigen Hamburger Stadtteil dargestellt wird. Die Idee hinter dem Projekt ist, dass interessierte Hamburger - vor allem auch die Langenhorner Neubürger - sich den Kulturpfad selber erlaufen können. Nachdem in nur wenigen Jahren immer mehr historische Bauten und Baudenkmäler aus dem Stadtteil abbrennen oder abgerissen wurden, sollten wenigstens Bilder und Schautafeln an die Kulturgeschichte Langenhorns erinnern.   
Bisher war dieses Projekt, zu dem auch eine Handyanwendung gehört, an der Finanzierung gescheitert. Doch nachdem in anderen Stadteilen (z.B. in Ottensen) vergleichbare Projekte vom Kulturausschuss der Bezirke abgesegnet und finanziert wurden, kann man den Bürger- und Heimatverein nur ermuntern, zusammen mit dem Langenhorn-Archiv einen neuen Vorstoß zu unternehmen.

Mit den drei Geschichtstafeln im Quartier „Unter den Linden“ wurde jedenfalls ein schöner Anfang gemacht.

Text: R. Ebert / Bilder: C.-D. Schmuck-Hinsch     

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