Was mögen Sie an Langenhorn? Was stört Sie? Was fehlt Ihnen?

fragt Langenhorner-Rundschau-Redakteur Martin B. Münch

„In den letzten Jahren verschwindet zu viel von dem „alten“ (?) Langenhorn  -  und zu schnell. Und ein Ausgleich ist nicht in Sicht“.  Das waren die letzten Sätze meines Artikels über den ‚Lost Place Poppelauweg‘ im Herzen der Langenhorner Mitte. Nun stellten viele die Frage, ob ich das nicht konkretisieren möge. Ich mag.

Was definitiv fehlt, sind Orte, an denen sich Jugendliche ungestört aufhalten können, ohne dass es sie etwas kostet. Wir haben in Langenhorn die meisten Senioren und gleichzeitig die meisten Jugendlichen, was demoskopisch eher selten ist. Die Häuser der Jugend bieten aber nur Programme bis zwölf Jahre. Finden Sie den Fehler.  

Im Langenhorn der 70er gab es noch etliche Reetdachhäuser  - bis auf zwei sind mittlerweile alle dem Feuerteufel zum Opfer gefallen. Das hätte verhindert werden können, wenn man festgelegt hätte, dass dort nur auf gleicher Fläche und gleicher Höhe neu gebaut werden dürfe. Die Häuser würden alle noch stehen. Neubauten in Langenhorn sind zum aller größten Teil architektonische Desaster und kommen den Freveln der Nachkriegszeit gleich, als hätte es Mitscherlichs Aufsatz „Die Unwirtlichkeit der Städte“ nie gegeben. Das Krohnstieg Center ist womöglich der hässlichste Bau Hamburgs. Und es nervt, wenn man bei Planungen zu solchen Projekten von Planern und Politikern immer zu hören bekommt, man solle erst mal abwarten, bis es fertig ist  -  um dann frech zu sagen: Nun ist das da, wir können es ja schlecht wieder abreißen. Wieso nicht. Mit Bauten, die mein ästhetisches Empfinden viel weniger beleidigen geht das doch ständig. Siehe Alte Post an der Kreuzung Langenhorner/Krohnstieg.

Das neue Bezirksamt in der TaLa-Süd sieht aus wie aus den 60/70er Jahren. Warum? In der Kümmelstraße sieht der Neubau ganz anders aus. Die Betonwüste am Marktplatz sieht jeder. Aber mich nervt auch, dass während der Planung in den Quartiersforen viel zu wenig kritische Geister aufgetaucht sind.

Langenhorn hat ein Bürgerhaus, das ein wirklich gutes Management hat, Herrn Hannicke, aber absurden Regularien unterworfen ist. Kulturelle Veranstaltungen sind nur durch Selbstausbeutung der Künstler oder mit einem Sponsor möglich, da im Bürgerhaus kein Eintritt genommen werden darf. Miete wird aber trotzdem fällig. Alle anderen Hamburger Bürgerhäuser sind da freier in ihren Entscheidungen. Andere Bürgerhäuser haben auch mehr Personal  -  bei drastisch weniger Veranstaltungen im Jahr.

Wir haben mit LaLi und ELLA zwei sehr gute Kulturhäuser im Stadtteil, aber in Langenhorns Mitte fehlt genau dies. Die Süderschule wäre genial gewesen für solche Zwecke (was nicht heißt, dass man das alte Bürgerhaus auflösen sollte. Im Gegenteil. Der Ort ist für viele Gruppen, Vereine und Parteien unverzichtbar  -  nur zu klein).
Außerdem brauchen wir einen Ort, an dem wir irgendwann Erwin Möllers Langenhorn Archiv aufstellen und weiter führen. Und wenn wir ein bisschen schlau sind, machen wir das den Menschen auch an einem erreichbaren Ort zugänglich, stellen da noch zwei, drei Terminals hin und pflegen dieses Vermächtnis, wie es sich gehört.

Richard Eberts Vorschlag (in Heft 6 der Langenhorner Rundschau), das Gelände am Poppelauweg als Fläche für Urban Gardening den Bürgern zur Verfügung zu stellen, unterstütze ich voll. Politisch wird da die nächsten Jahre nichts passieren. Für diese Übergangszeit könnte man das Gelände freigeben, sagen wir, für 5 Jahre. Danach könnte man sehen, ob das Projekt erfolgreich war und fortgeführt werden sollte, oder eben nicht.

Haben Sie dazu eine Meinung? Würden Sie bei einem Urban Gardening Projekt mitmachen? Wir fänden es spannend zu sehen, ob es überhaupt ein Interesse oder auch Kritik an dieser Idee gibt.




Nu komms Du!

Liebe Leserinnen und Leser!
Und was mögen Sie an Langenhorn? Was stört Sie? Was fehlt Ihnen? Sagen Sie hier Ihre Meinung - frei weg!

Schreiben Sie uns eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder schicken Sie Ihre Vorschläge und Kritiken mit der Gelben Post an

Langenhorner Rundschau
Scharnskamp 23f
22415 Hamburg


Would you like to try out ipage hosting, they provide reliable green hosting service.

Die Rundschau


Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Langenhorner Rundschau sowie die früheren Ausgaben als PDF zum Download!

Joomla Templates designed by Joomla Hosting