Ein Spaziergang durch die Tangstedter Landstrasse Süd und über den Langenhorner Marktplatz.


Ein Redakteur der Langenhorner Rundschau schaut sich um.

(April 2016 MBM) Beim Einbiegen in die Tangstedter Landstrasse fehlt etwas, und markiert damit die erste Veränderung in der südlichen Tangstedter Landstrasse. Es fehlt die Harmonie, die später Spinnrad und am Ende Rocky Rollmops hieß. Der Bau, der das älteste Kino in Hamburgs Norden und die älteste Wirtschaft Langenhorns beherbergte, ist nun abgerissen. Das Fuhrmann Gebäude daneben wird bald die ausgelagerten Teile des Ortsamtes beherbergen.
Der Franz Röttel Park wird erfreulicherweise frequentiert, auch wenn noch nicht allen Besuchern die Bedeutung der Mülleimer offenbar ist.


Die nächste Auffälligkeit sind die Steine, die den Asphalt der Straße ersetzen und die neue Anordnung der Parkflächen ab Timmweg. Die Parkflächen werden nicht mehr im 45° sondern im 90° Winkel angefahren. Eine grandiose Fehlentscheidung, wie die tägliche Praxis zeigt. Zum einen wird das Ausparken massiv erschwert, wenn im Halteverbot auf der gegenüberliegenden Seite auf der Fahrbahn geparkt wird – und das ist täglich der Fall. Zum anderen wird durch das Ausparken der gesamte Verkehr – auch die entgegenkommenden Radfahrer – zum Halten gezwungen. Die Radfahrspur entgegen der Einbahnstrasse wird von den meisten Verkehrsteilnehmern als sehr gefährlich eingestuft, weil sie auf der Straße hinter den Parkbuchten verläuft. Dafür hat jeder Parkplatz einen Pfeiler mit Schildchen spendiert bekommen, um an die Radfahrer zu erinnern.

Das Leitsystem für Blinde wird von Rollatorbenutzern wegen der Vertiefungen als störend empfunden, scheint aber zu funktionieren. Desweiteren sind einige sehr bequeme Bänke mit Rückenlehnen in der TaLa Süd aufgestellt worden.

Die neue Straßenbeleuchtung kommt nicht unelegant daher, spendet aber deutlich zu wenig Lumen. Städtebaulicher Horror sind die Einfassungen der Baumscheiben. Man wünscht niemanden, dass er versehentlich darauf stürzt.

Der Bahnhofsvorplatz bekommt in diesem Sommer seine Chance, das zu werden, als was er konzipiert wurde, ein Ort der Begegnung. Bisher ist er aber noch hauptsächlich Parkplatz. Die Bänke dort laden weniger zum Verweilen ein. Eine Lehne fehlt, der Sockel im Betonchick ist abstossend und längst wurde deutlich, dass hier eine absolute Fehlkonstruktion eingekauft wurde. Das Holz splittert an den Rändern und zwischen den Lamellen sammelt sich der Müll - vom Herbstlaub über Lollistiele und Bonbonpapier zu Taschentüchern, Kippen und Kronkorken. Der gleiche Unsinn wurde auch auf der Marktfläche aufgestellt.

Hier beeindruckt zuerst die kolossale Rampenanlage in angeblichem Sichtbeton. Wirkte sie das erste Jahr auf den Betrachter noch unfertig, kommt schon im zweiten Jahr der Eindruck des Verfalls auf. Ein Anstrich ist seit längerem geplant und mit geeigneten Farben ließe sich auch eine weitere Bemoosung eingrenzen. Obwohl die Stadtentwicklerin beim Quartiersforum darauf verwies, dass es sich bei der Rampen- und Toilettenanlage um eine "begehbare städtebauliche Skulptur" handle und auch Graffittisprayer dies respektieren würden, zeigt der Alltag ein anderes Ergebnis. Vielleicht weil das ästhetische Empfinden und die städtebauliche Skulptur sich nicht synchronisieren lassen. Eine Graffittilösung mit der Geschichte Langenhorns als Motiv hätte bei den Bewohnern des Stadtteils wohl mehr Anklang gefunden. Es gibt interessante Entwürfe von Langenhorner Künstlern, die eventuell der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis gelangt sind. In einem sind sich alle einig, das Grau der Betonfassade dominiert den Eindruck auf dem Marktplatz. Eine Gitterlösung, wie im Forum gefordert, hätte für „mehr Licht“ gesorgt.

Einigkeit herrscht auch über die Bilder aus dem Langenhorn Archiv, die eine Seite des Tunnels zieren. Sie laden zum Verweilen ein. Auch der Info-Kasten am Tunneleingang, der von Herrn Hannicke aus dem Bürgerhaus gepflegt wird, ist ein Erfolg. Unverständlich nur, das der zweite Kasten nicht neben dem ersten, sondern neben dem Marktmeisterbüro angebracht wurde.

Was man nicht sieht, ist der aufwendig sanierte Untergrund des Marktgeländes. Strom- und Wasserleitungen sind auf den neuesten Stand gebracht und ein Wasserrückhaltebecken soll Überschwemmungen, wie in der Vergangenheit, verhindern. Die Baumreihe auf dem Platz wird erst für die nächste Generation ihre Pracht entfalten, ist aber ein Farbtupfer. Während früher noch der Hang am Tunnel bewuchert war, ist nun das Hochbeet an der Eiche der letzte Fleck Erde im Steingarten. Dies wird jetzt im dritten Jahr von Bürgern gepflegt und mit Spenden der Blumenhändler des Wochenmarktes bepflanzt. An Wochenenden bietet der Platz Raum für ferngelenkte Au-tos und Cross Country Tennisspieler.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Tala Süd als Boulevard (mit Schönheitsfehlern) gewonnen hat, der Marktplatz hingegen mehr Farbe und Leben vertragen kann.
Klaus Dieter Marzahn hat es am Ende der Quartiersforen sehr schön ausgedrückt: „Es wäre wünschenswert, wenn dieser zentrale Platz häufiger für Veranstaltungen oder Konzerte genutzt würde. Aber es ist an den Langenhornern, dies zu verwirklichen.“
Also: Gerade die Jüngeren sollten sich einmischen, wenn es um Veränderungen im Viertel geht.
Denn was jetzt beschlossen wird, hat für die nächsten 50 Jahre Bestand.
ENGAGIERT EUCH!

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