Flughöhe schon erreicht? Oder: Meine Fahnenstange ist länger!

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Wohin geht Langenhorn?
Der „Grünschnabel“ hat mit Verve zu wichtigen Langenhorner Themen vorgelegt - hier antwortet Redaktionsmitglied Thomas Kegat direkt darauf.

Lieber Grünschnabel, auch wenn es nicht die Spatzen waren, die es von den Dächern rufen: Dieses Mal sind mir die Gedanken in Deiner Kolumne schon so früh zu Ohren gekommen, dass ich Dir bereits in dieser Ausgabe der Langenhorner Rundschau antworten möchte:
Meine Gefühle sind gemischt, wenn ich lese, was Du da geschrieben hast. Ich glaube, Deine Aufregung ist unbegründet und auch ein bisschen gespielt. Begriffe wie „schockiert“ und „fassungslos“ setzt Du ganz bewusst ein, um so manchen dafür empfänglichen Leser ordentlich aufzuscheuchen. Ich finde, du rupfst Dir damit selbst die schönsten Federn aus dem Kleid.

Das ist nicht gut für die Thermik. Und Du bist doch alles andere als ein geistiger Tiefflieger. Denn auch wenn Du namentlich im Gewand eines jungen Hüpfers daher kommst, hast Du so schon so viele Flugstunden auf dem Buckel, dass ich eigentlich nicht der Richtige bin für Manöverkritik. Aber ich möchte Dir zurufen: Du weißt es doch besser!

Natürlich will der Bezirksamtsleiter das Recht NICHT verbiegen! Es geht nicht um Gutdünken, es geht nicht um Willkür, sondern immer darum, sich in den Grenzen der gültigen Gesetze zu bewegen. Die Sorge, dass es ohne Nachbarschaftsoder Bürgerbeteiligung plötzlich zu verdoppelten Bauhöhen kommt, ist unbegründet.
Und welche Übelkrähe ist Dir denn über die Leber geflogen, dass Du die Stadtplanungsabteilungen der Stadt so unter Beschuss nimmst? Ich finde, damit tust Du ihnen unrecht! Die Damen und Herren arbeiten im Dienst unserer Stadt und sind alles andere als investorenergeben. In meiner politischen Arbeit habe ich mehr als einmal erlebt, wie die Fachleute aus der Stadtplanung die Krallen ausfahren können, wenn Bauherren es übertreiben wollen. Komm doch einfach mal in die Sitzungen des bezirklichen Stadtentwicklungsausschusses, dann bekommst Du einen aktuellen Eindruck. Dies könnte Dir helfen, unglückliche Sturzflüge zu vermeiden. Halb Langenhorn liest hier mit. Du willst doch Deinen Ruf nicht ruinieren!

Zur Sache: Warum hat sich der Bezirksamtsleiter gegenüber dem NDR zu der künftigen Höhenentwicklung bei Neubauten in unserem Bezirk geäußert? Weil die Politik einen entsprechenden Impuls gesetzt hat mit einem Beschluss der Bezirksversammlung aus dem Oktober! Eine sehr breite Mehrheit über (fast) alle Parteigrenzen war sich nach kurzer Antragsberatung einig: Hamburg ist attraktiv. Hier gibt es Arbeitsplätze und ein reichhaltiges Freizeitangebot. Außerdem Lebensqualität durch gute Infrastruktur, viel Wasser und schönes Grün.
Weil das so ist, wächst die Einwohnerzahl unserer Stadt jedes Jahr um einige Tausend. Das wird die nächsten Jahre erst einmal so weiter gehen. Je knapper der zur Verfügung stehende Wohnraum ist, desto begehrter erscheint er. Die Preise und Mieten steigen. Ein Verdrängungswettbewerb droht. Das Angebot an Wohnungen muss also mit der Nachfrage Schritt halten, wenn Hamburg auch künftig Heimat für alle Einkommensschichten sein will. Die Stadt und unser Bürgermeister haben das schon seit einigen Jahren erkannt. Die versprochenen 6000 Wohnungen jährlich werden zuverlässig gebaut, zuletzt eher ein paar mehr. Baulücken wurden gefüllt, städtische Flächenreserven angezapft.
Doch freie Flächen werden immer knapper. Umso sorgfältiger muss mit ihnen umgegangen werden. Wo viele Menschen leben, braucht es natürlich auch entsprechend große Grünanlagen. Daraus folgt: Wer nicht zu sehr in die Breite gehen will, muss über mehr Höhe nachdenken! Diese Debatte wird in Hamburg geführt werden müssen und der Bezirksamtsleiter hat zu Recht auf diesen Umstand hingewiesen! Dazu wird es, auch darauf zielte der Beschluss der Bezirksversammlung ab, Wohnungsbaukonferenzen geben. Sie können eine wichtige Ergänzung zum Wohnungsbauprogramm des Senates sein.

Und weil Langenhorn ein Stadtteil von Hamburg ist, können auch wir uns hier nicht vor einer solchen Diskussion drücken. Dem müssen wir ins Auge sehen, ohne in aufgeregtes Schnabelschnattern zu verfallen. Langenhorn hat immer schon seinen Beitrag geleistet, wenn die Stadt mal wieder aus ihren Nähten zu platzen drohte und ist trotzdem ein wunderbar grüner Stadtteil geblieben. Ich bin überzeugt: Das bekommen wir als Gesellschaft auch in Zukunft hin!

Die Flughöhe des Grünschnabels kennen wir nun. Erinnert ein bisschen an einen Schlager von Nicole und ist für mich nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange. Ich lasse mich lieber von Alexandra inspirieren: „Mein Freund der Baum ist groß!“ könnte man mit Augenzwinkern ins Feld führen. So manches dieser stattlichen Gewächse erreicht nämlich locker die Höhe von vier, fünf Geschossen und man sieht von unten trotzdem noch ganz viel vom Himmel. Augenmaß definiert eben jeder anders. Wichtig ist aber auch mir, dass unser Stadtteil mit der Fritz- Schumacher-Siedlung und der Siemershöhe auf ausgedehnten Flächen seine historische Identität noch auf sehr lange Sicht behalten wird!

Deine Idee, lieber Grünschnabel, dass sich die Langenhorner Bürgerinnen und Bürger einmal gemeinsam Gedanken über die Stadtentwicklung vor ihrer Haustür machen, sollten wir aufgreifen. So ein „Arbeitskreis Stadtentwicklung Langenhorn“ wäre doch ein gutes Projekt für den Bürger- und Heimatverein.

Thomas Kegat


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