"Wir können das! Wir schaffen das!"

Wir schaffen das„So geht das nicht weiter!“ schimpft der Vater mit der achtjährigen Susianna. „Du kannst nicht einfach alle Kinder verhauen, die dir nicht gefallen!“ Doch Susianna ist hyperaktiv. Das führt natürlich zu Konflikten. Sie lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder in der Langenhorner Süderschule, die als Flüchtlingsheim dient. Und Schlägereien im Flüchtlingsheim sind immer ein Problem! „Susi - du musst Sport machen“ - so die klare Ansage des Vaters.

Er war in Sorge um die Zukunft seiner Kinder. Vor fünf Jahren waren sie aus Armenien geflohen, weil dort die Einberufung zum Militärdienst im damals umkämpften Bergkarabach drohte. Die Familie zog zunächst in ein Wohnheim nach Berlin, begab sich dann jedoch wegen der dort vorherrschenden Gewalt und fehlender Deutschkenntnisse nach Moldawien und später nach Russland, wo Susianna und ihr Bruder kurzzeitig die Schule besuchten.

Im Jahr 1996 kehrte die Familie nach Deutschland zurück und zog nach Hamburg. Zunächst lebten sie auf der „Bibby Altona“, einem Wohnschiff für Asylbewerber, und danach in einem Asylbewerberheim: In der Süderschule. Susianna machte also Sport: Erst wurden Karate, Judo, Gymnastik und andere Sachen ausprobiert, aber das wurde nach einem Monat abgebrochen. Dann nahm ihr Bruder sie mit: zum Boxen. Und ab nun wurde alles anders.

Doch erst als Susi 2007 erstmals Boxweltmeisterin wurde, kam die Familie zur Ruhe. Sie selbst beschreibt es so: „Von den Langenhornern wurden wir eigentlich gut behandelt. Aber mit den Behörden konnten wir überhaupt nicht. Die wollten uns ganz klar abschieben. Wir haben keine Aufenthaltsgenehmigung und keine Arbeitserlaubnis bekommen, einfach gar nichts. Nach ein paar Jahren haben wir dann bewiesen, dass wir gar nicht vom Staat abhängig sind und uns selbst finanzieren können. Dann hat es sich in eine andere Richtung entwickelt. Eigentlich hat sich das alles mit meinem Erfolg als Boxerin geändert. Ich weiß nicht, was sie sonst mit uns gemacht hätten.“

Ist Susi Kentikian ein Einzelfall? Eine Ausnahme? Keineswegs. Denn jeder, der nach der Flucht zu uns kommt, ist ein Einzelfall. Und jeder soll die Chance haben, auf seine eigene Weise hier „anzukommen“.
Unser Anteil daran ist: Es zuzulassen und wenn möglich zu befördern.
Wir, die Langenhornerinnen und Langenhorner, konnten das schon damals - und wir können es heute.

Wie sagte Susis Vater damals? "Wir können das! Wir schaffen das!"

PS: Am 2.Oktober hat Susi erfolgreich ihren WBA Weltmeistertitel verteidigt. Wir gratulieren.


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