P+R-Anlage am Bahnhof Kiwittsmoor:

Park and Ride oder Wohnen oder Gewerbe oder was?

Die CDU Abgeordneten Seelmaecker und Thering haben am 17.01.2019 eine schriftliche kleine Anfrage an den Senat gerichtet zur Zukunft des Parkplatzes Kiwittsmoor, der bis Ende des letzten Jahres noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. Die nachfolgenden Fragen wurden wie folgt beantwortet:

1. Wann wird die P+R-Anlage am Bahnhof Kiwittsmoor wieder in Betrieb genommen?
Nach Räumung des Platzes, Rückbau der Ver- und Entsorgungseinrichtungen und vollständiger Entfernung der noch auf dem Gelände befindlichen Container, werden die Arbeiten zur Wiederherstellung des Platzes als P+R-Anlage aufgenommen. Dazu sind umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich. Angestrebt wird eine Wiederinbetriebnahme zum Ende dieses Jahres.
2. Wie viele Stellplätze wird die Anlage umfassen?
Die P+R-Anlage umfasste bis zum Jahr 2018 303 Stellplätze. Es ist geplant, dass sich nach der Wiederinbetriebnahme die Zahl der Stellplätze in der gleichen Größenordnung bewegen wird.
3. Zu welchen konkreten Einschränkungen wird es für die Nutzer des Bahnhofs in dieser Zeit kommen? Inwiefern wird es während der Baumaßnahmen zu Verringerungen der Fahrradabstellplätze kommen?
Einschränkungen für Nutzer des Bahnhofs aufgrund der Bauvorhaben sind nicht geplant. Die Baumaßnahmen führen nicht zu Verringerungen der vorhandenen Fahrradabstellplätze.


Die Abgeordneten wissen: „Parkraum in Hamburg ist äußerst knapp und gerade Pendler aus dem Umland sind auf Stellplätze angewiesen, um in Busse und Bahnen umzusteigen. Der Parkdruck wirkt sich massiv auf die Anwohner in den umliegenden Wohnstraßen aus. Umso wichtiger ist es, dass die Wiederinbetriebnahme zeitnah erfolgt. Die 2014 eingeführte Gebührenpflicht war ein großer Fehler, der sich auch heute noch negativ auswirkt.“

Auch der örtliche CDU-Politiker Nizar Müller meinte: „Ich finde es schon sehr erstaunlich, dass die Wiederaufnahme 1 Jahr in Anspruch nimmt und der P+R Kiwittsmoor erst wieder Ende 2019 für die Langenhorner und Norderstedter nutzbar ist. Oder fällt das Areal doch noch dem ambitionierten Rot-Grünen Wohnungsbau zum Opfer...?“
Diese Gefahr wurde in einem Artikel der Norderstedter Zeitung (15.2.19) deutlich, wo Martina Schideck von der SPD-Bezirksfraktion Nord meinte, in der SPD stelle man sich die Frage, ob es sinnvoll ist, die gesamte Fläche nur für das Abstellen von Autos zu verwenden. „Wir
favorisieren auf diesem Grundstück ein anderes Modell. Ich würde auf dieser Fläche lieber einen Mix aus sozialem Wohnungsbau, Gewerbe und Parken sehen.

Was zählt: die Senatsantwort, der SPD-Bezirkswunsch oder die Wünsche der Anlieger oder der Pendler?
Die Anlieger möchten schnellstmöglich wieder 300 Parkplätze dort haben, damit wieder Anlieferungen möglich sind, ohne die Fußwege zu blockieren. Die jetzt blockierenden Pendler mit SE oder OD Kennzeichen zeigen, wie wichtig ihnen dieser Umsteigepunkt am Bahnhof Kiwittsmoor ist, wo sie trotz 500m Fußweg dennoch parken. Auch das offizielle Norderstedt spürt den Parkdruck in den vollen P+RGaragen
und hofft auf zügige Umsetzung deutlich vor dem Jahresende.
So groß ist die Fläche für einen Mix mit Wohnen, Gewerbe und Pendlerparken nicht – oder sollen noch Flächen des dahinterliegenden
Parks dafür geopfert werden? Der P+R–Platz Kiwittsmoor war vorher zu „120 Prozent“ belegt. Es kann doch nicht sein, dass Hamburg wieder mal die Lasten den Anwohnern und dem Umland aufbürdet. Solches Denken ist einer Metropole unwürdig. Man will doch die Autofahrer
von der Straße holen - dafür brauchen sie ausreichende Parkmöglichkeiten.


Axel Kloebe